CV-Screening-Software mit nachvollziehbarem Ranking
CV-Screening-Software bewertet eingehende Lebensläufe gegen die Anforderungen einer konkreten Stelle und erzeugt daraus eine Rangfolge. Ziel ist nicht die Auswahlentscheidung, sondern eine belastbare Vorsortierung: Die Software liefert Priorisierung und Begründung, die Entscheidung trifft ein Mensch. Entscheidend ist, dass jeder Score auf nachvollziehbare Kriterien zurückführbar bleibt.
Jobbezogene Kriterien und Gewichtung
Ein Ranking ist nur so gut wie die Kriterien dahinter. In HireSift definieren Sie sie pro Stelle selbst — entweder direkt oder indem Sie beschreiben, worauf es Ihnen ankommt, und die Vorschläge des Assistenten anpassen.
Jedes Kriterium hat einen Typ, der bestimmt, wie bewertet wird:
| Typ | Wofür | Bewertungslogik |
|---|---|---|
| numeric | Berufsjahre, Teamgröße, Kündigungsfrist | Zielbereich mit Unter- und Obergrenze; Werte außerhalb erhalten anteilig weniger |
| boolean | Führerschein, Führungserfahrung, Abschluss vorhanden | Erfüllt oder nicht erfüllt |
| enum | Senioritätsstufe, höchster Abschluss | Eine Option aus einer geordneten Liste |
| multi_select | Sprachen, Skills, Branchen | Anteil der geforderten Optionen, die abgedeckt sind |
| text_match | Fachbegriffe, Technologien, Rollenbezeichnungen | Treffer im Profiltext, inklusive sinnverwandter Formulierungen |
| budget_match | Gehaltsvorstellung gegen Budget | Passung zum hinterlegten Budgetrahmen |
Gewichtung
Jedem Kriterium geben Sie ein Gewicht. Die Summe wird automatisch auf 100 Prozent normalisiert — Sie müssen also nicht im Kopf rechnen, damit es aufgeht. Ein Kriterium mit 40 Prozent Gewicht bewegt den Gesamtscore doppelt so stark wie eines mit 20 Prozent.
Kriterien lassen sich als Ausschlusskriterium führen. Das ist der Punkt, an dem Sie besonders sorgfältig sein sollten: Ein zu eng gesetztes Muss-Kriterium sortiert geeignete Menschen aus, bevor jemand ihr Profil gesehen hat.

Wie das Ranking entsteht
Der Weg vom Lebenslauf zur Rangfolge ist in vier Schritten beschreibbar:
- Extraktion. Der Lebenslauf wird in strukturierte Felder überführt — siehe CV Parser.
- Kriterienbewertung. Jedes Kriterium wird einzeln gegen das Profil geprüft und ergibt einen Teilscore.
- Gewichtete Summe. Aus den Teilscores und ihren Gewichten entsteht der HireSift Score.
- Zweite, unabhängige Sicht. Der CV Match bewertet den Lebenslauf als Ganzes gegen die Stellenbeschreibung, ohne Kriterienraster.
Die zwei Scores sind bewusst getrennt. Der HireSift Score misst genau das, was Sie definiert haben. Der CV Match misst das Gesamtbild. Weichen sie stark ab, ist das ein Signal: entweder ein Kandidat mit ungewöhnlichem Werdegang oder ein Kriterienraster, das an der Realität vorbeigeht.

Audit Trail: Was dokumentiert wird
Zu jeder Bewertung wird festgehalten, wie sie zustande kam. Das brauchen Sie in drei Situationen: bei Rückfragen von Bewerbern, bei Beteiligung des Betriebsrats und bei einer aufsichtsbehördlichen Prüfung.
- Welche Kriterien zum Zeitpunkt der Bewertung galten, mit Typ und Gewicht
- Der Teilscore je Kriterium und die Begründung dazu
- Der resultierende HireSift Score und der CV Match
- Die extrahierten Profilfelder, auf denen die Bewertung beruht
- Das eingesetzte Modell und der Zeitpunkt der Auswertung
Ein Score ohne Begründung ist im Recruiting nicht verwendbar — weder gegenüber Bewerbern noch gegenüber der eigenen Geschäftsführung.
Menschliche Entscheidungshoheit
HireSift lehnt niemanden ab. Es gibt keinen Auto-Reject und keine Schwelle, ab der ein Kandidat automatisch aus dem Verfahren fällt. Das Produkt erzeugt eine Rangfolge; wer eingeladen wird, entscheidet eine Person.
Das ist nicht nur eine Produktentscheidung. Art. 22 DSGVO untersagt Entscheidungen, die ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung beruhen und die betroffene Person erheblich beeinträchtigen. Eine Absage im Bewerbungsverfahren fällt darunter. Ab dem 2. Dezember 2027 kommen für Recruiting-KI die Hochrisiko-Pflichten des EU AI Act hinzu, darunter eine wirksame menschliche Aufsicht — Details im Artikel zum EU AI Act.
Menschliche Aufsicht heißt dabei nicht Abnicken. Wer die Ergebnisse prüft, muss sie verstehen und begründet abweichen können.
Bias-Risiken und was dagegen hilft
Ein Screening-System kann Verzerrungen reproduzieren. Wer das Gegenteil behauptet, hat es nicht geprüft. Die realistischen Risiken:
| Risiko | Wie es entsteht | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Proxy-Merkmale | Ein scheinbar neutrales Kriterium korreliert mit einem geschützten Merkmal, etwa Ortsangaben oder Lücken im Lebenslauf | Kriterien auf tatsächliche Jobanforderungen begrenzen und regelmäßig hinterfragen |
| Sprachliche Verzerrung | Begriffe aus einem bestimmten Ausbildungsweg werden besser erkannt als gleichwertige Synonyme | text_match-Kriterien breit formulieren und Ergebnisse stichprobenartig gegenlesen |
| Zu enge Muss-Kriterien | Ein Ausschlusskriterium filtert Quereinsteiger heraus, die die Rolle erfüllen könnten | Muss-Kriterien auf das Unverzichtbare beschränken |
| Automation Bias | Die prüfende Person übernimmt die Reihenfolge, ohne sie zu hinterfragen | Bewusst auch das Mittelfeld sichten, gerade bei abweichenden Scores |
Praktisch hilft: Ergebnisse regelmäßig nach Gruppen vergleichen, Kriterien dokumentieren und die Fälle prüfen, in denen CV Match und HireSift Score deutlich auseinanderlaufen. Mehr dazu im Artikel zu KI-Bias im Recruiting.
Grenzen und was HireSift nicht tut
- HireSift ist kein ATS: kein Bewerber-Workflow, keine Terminplanung, keine automatisierte Bewerberkommunikation.
- Keine direkte ATS-Schnittstelle. Der Austausch läuft über Upload und CSV-Export.
- Kein Auto-Reject und keine automatische Absage.
- Keine Video-, Emotions- oder Persönlichkeitsanalyse.
- Kein veröffentlichter Genauigkeits- oder Durchsatzwert, solange keine reproduzierbare Messung dahintersteht.
- Ein Score ersetzt kein Gespräch. Er priorisiert, wen Sie zuerst anschauen.
Kosten
HireSift kostet 299 Euro pro Monat und Unternehmen, bei jährlicher Zahlung 249 Euro pro Monat. Enthalten sind unbegrenzt viele Stellen, Lebensläufe und Nutzer. Es gibt keine Staffelung nach Volumen und keine Kosten pro Lebenslauf.
Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung setzen Sie den Betrag ins Verhältnis zu der Zeit, die heute in die Vorselektion fließt. Wie sich dieser Aufwand strukturiert ermitteln lässt, zeigt der Artikel zum Zeitaufwand im Screening — mit offengelegten Modellannahmen statt Wunschzahlen.
Wann sich eine Screening-Software lohnt — und wann nicht
| Ausgangslage | Einschätzung |
|---|---|
| Viele Bewerbungen je Stelle, die Vorselektion ist der Engpass | Passt. Genau dafür ist die Kategorie gedacht. |
| Wenige, sehr spezielle Positionen mit einstelliger Bewerberzahl | Lohnt selten. Die Sichtung ist ohnehin überschaubar. |
| Der Prozess nach dem Screening ist das Problem (Termine, Kommunikation, Status) | Ein ATS löst das, keine Screening-Software. |
| Auswahlentscheidungen müssen gegenüber Betriebsrat oder Prüfern begründbar sein | Passt, wenn das Werkzeug Kriterien und Begründungen dokumentiert. |
| Es gibt keine klaren Anforderungen an die Rolle | Zuerst die Anforderungen klären. Ein Ranking auf unklaren Kriterien hilft nicht. |
EU-Datenfluss
Bewerberdaten werden in der EU gespeichert (Frankfurt am Main, AWSeu-central-1), die Anwendung läuft in Frankfurt, die KI-Analyse auf EU-Infrastruktur in Frankreich beziehungsweise Belgien.
Vollständigkeitshalber: Nicht jeder Pfad liegt ausschließlich im EWR. E-Mail-Empfang und -Versand laufen über Resend, die Recruiter-Authentifizierung über Clerk; bei beiden können ergänzende Anbieter-Verarbeitungen außerhalb des EWR stattfinden. Die Transfergrundlagen und die vollständige Liste stehen im Trust Center, die datenschutzrechtliche Einordnung auf DSGVO-konformes CV-Screening.
Häufige Fragen
- Was ist CV-Screening-Software?
- CV-Screening-Software bewertet eingehende Lebensläufe gegen die Anforderungen einer konkreten Stelle und erzeugt daraus eine Rangfolge. Ziel ist nicht die Auswahlentscheidung, sondern eine belastbare Vorsortierung: Die Software liefert Priorisierung und Begründung, die Entscheidung trifft ein Mensch.
- Wie entsteht der HireSift Score?
- Sie definieren pro Stelle Kriterien mit Typ und Gewichtung. Jedes Kriterium wird einzeln gegen das extrahierte Profil bewertet und ergibt einen Teilscore. Der HireSift Score ist die gewichtete Summe dieser Teilscores; die Gewichte werden auf 100 Prozent normalisiert.
- Was ist der Unterschied zwischen CV Match und HireSift Score?
- Der CV Match bewertet den Lebenslauf als Ganzes gegen die Stellenbeschreibung, ohne Kriterienraster. Der HireSift Score bewertet ausschließlich Ihre definierten, gewichteten Kriterien. Weichen beide stark voneinander ab, lohnt ein genauerer Blick auf den Kandidaten.
- Was kostet HireSift?
- HireSift kostet 299 Euro pro Monat und Unternehmen, bei jährlicher Zahlung 249 Euro pro Monat. Enthalten sind unbegrenzt viele Stellen, Lebensläufe und Nutzer.
- Trifft die Software Ablehnungsentscheidungen?
- Nein. Es gibt keinen Auto-Reject. HireSift erzeugt Scores und eine Rangfolge mit Begründung; wer eingeladen oder abgesagt wird, entscheidet immer eine Person.
Am eigenen Fall prüfen
In einer 15-minütigen Demo legen wir eine Ihrer Stellen an, definieren die Kriterien gemeinsam und schauen uns das Ranking auf echten Bewerbungen an — inklusive der Fälle, in denen die Bewertung nicht zu Ihrer Einschätzung passt.
Demo anfragenQuellen
- HireSift AI-Transparenz — Bewertungslogik und Grenzen
- HireSift Trust Center — Verarbeitungsorte und Unterauftragsverarbeiter
- EUR-Lex — Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), insbesondere Art. 22
- EUR-Lex — Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act), Anhang III Nr. 4
- Europäische Kommission — Anwendungszeitplan des AI Act
Stand: 10. August 2026
Reviewstatus: Produkt- und Preisangaben gegen den Anwendungscode und die Preissektion geprüft. Eine juristische Prüfung durch eine qualifizierte Rechtsberatung ist ausständig.